Weiterführendes
| Fallstudie: Diageo |
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There are no translations available. Das britische Unternehmen Diageo ist ein äußerst spannendes und facettenreiches Beispiel eines Value Investments. Die Aktie befand sich lange im Portfolio der renommierten Fondsgesellschaft Tweedy, Browne Company. Diageo entstand 1997 durch den Zusammenschluss von Guinness und Grand Metropolitan. Diageo ist mit Marken wie Johnnie Walker und Smirnoff heute der größte Spirituosenhersteller weltweit. Bis Ende 2002 gehörte zum Konzern auch die bekannte Fast-Food-Kette Burger King.
Diageos Betätigungsfeld, die Nahrungsmittelindustrie, ist ein klassisch solides Geschäft. Insbesondere risikoaverse Investoren legen gern in diese Branche an, da sie weniger zyklisch ist als beispielsweise die Halbleiter- oder die Stahlindustrie. Gerade in Krisenzeiten werden solche Werte besonders attraktiv. Ab 2000 jedoch erholt sich der Kurs rapide – wiederum konträr zum Markt, der durch den New-Economy-Crash gebeutelt wird. Von 2000 bis 2002 legt die Aktie dabei fast eine Verdopplung hin. Ein wichtiger Kurstreiber ist der Austausch des Managements im Jahr 2000. Die Fusion zeigt nun durch eine konsequente Umstrukturierung und das Heben von Synergieeffekten endlich ihr Potential, und Diageo kommt bei Umsatz und Gewinn wieder auf Kurs. Auch in den Folgejahren bleibt die Performance sehr gut. Mit einem jahrelang stabilen Return on Equity von rund 40% liegt Diageo weit über dem Branchenschnitt von rund 27%. Die Aktie zeigt sehr schön den möglichen Erfolg einer Heuristik, der sich Tweedy, Browne Company gern bedient: In „Die Value-Zauberformel“ beschreibt Browne, dass er und seine Mitarbeiter häufig die Marktentwicklungen der letzten Tage, Wochen oder Monate betrachten, und ein Auge auf Aktien werfen, die durch schlechte Nachrichten stark gefallen sind. Der Gedanke dahinter ist, dass schlechte Nachrichten oder anhaltend schlechte Analystenberichte oft überzogene Anlegerreaktionen auslösen, obwohl das eigentliche Geschäft vielleicht nur marginal betroffen ist. In diesem Fall würde sich der Kurs in der Folge entsprechend erholen. Auf diesen ersten Filter, die „Verbilligung“ durch schlechte Nachrichten, folgt dann eine eingehende Prüfung der Bilanzen, der Managementkompetenzen und der zukünftigen Aussichten. Im Fall Diageo war insbesondere auch der Wechsel des Managements ein entscheidender Faktor für die Gesundung des Unternehmens. |




