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Kursverhältnisse, im Fachjargon und fernab vom Börsengeschehen auch oft Multiples genannt, sind eine einfache Methode, die Marktbewertung eines Unternehmens einzuschätzen. Dabei wird einfach die Marktkapitalisierung - also die Anzahl Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs - durch einen anderen Wert geteilt, zum Beispiel den Gewinn, um das Verhältnis zu berechnen. Dieses Kursverhältnis kann dann mit den Kursverhältnissen anderer börsengelisteter Unternehmen verglichen werde. Im Folgenden werden die wichtigsten Kursverhältnisse vorgestellt - weitere finden Sie in diesem Buch. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bzw. price-earnings ratio (P/E): Das KGV ist die wahrscheinlich beliebteste Kennzahl für eine Ersteinschätzung eines Unternehmens. In praktisch allen Börsen- oder Finanzpublikationen hat sie daher ihren Stammplatz. Sie gibt an, für das Wievielfache seines Jahresgewinns ein Unternehmen aktuell an der Börse gehandelt wird. Ist das KGV niedrig, insbesondere im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen, so gilt die Aktie günstig bzw. als unterbewertet. Eine Schwäche des KGV ist jedoch seine leichte Manipulierbarkeit: Hohe Abschreibungen oder Rückstellungen beispielsweise senken den Gewinn, ohne dass tatsächlich ein Geldabfluss stattgefunden hätte. Ein KGV von ca. 15 gilt als Durchschnitt, wobei dies sowohl von der Branche als auch von der Konjunkturlage abhängt. Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) bzw. price-cash flow ratio (P/C): Da der Unternehmensgewinn durch Bilanzierungsmethoden leicht manipulierbar ist, hat sich das in dieser Hinsicht weniger anfällige KCV als weitere Kennzahl zur Beurteilung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens etabliert. Der Cashflow lässt sich nämlich nicht durch Abschreibungen oder das Auflösen von Reserven beeinflussen. Wie beim KGV gilt auch hier: je niedriger, als desto billiger gilt eine Aktie. In der Regel wird ein einstelliges KCV als günstig betrachtet. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) bzw. price-to-book ratio (P/B): Das KBV ist insbesondere unter Value-Einsteigern eine beliebte Kennzahl. Es gibt den aktuellen Marktpreis des Unternehmens im Verhältnis zum in der Bilanz stehenden Eigenkapital an. Dabei passiert es nicht selten, dass ein Unternehmen unter einem KBV von 1 gehandelt wird, sprich: Es kostet an der Börse weniger, als es nach Abzug aller Schulden an eigenen Werten hätte. Das KBV ist ein guter Indikator für Unterbewertung, darf jedoch nicht allein stehen. Beispielsweise werden Unternehmen der Immobilienbranche in für sie schwierigen Zeiten oft knapp über oder sogar unter einem KBV von 1 gehandelt. Das allein ist sicher keine Garantie für Unterbewertung, denn der Markt nimmt an, dass die in den Büchern stehenden Immobilien in naher Zukunft mit niedrigerem Wert aktiviert werden müssen – wodurch das KBV mittelfristig wieder stark steigen könnte.
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