Value Investing in der Krise Drucken E-Mail

In der Regel wird man als Value-Investor auf Unternehmen setzen, deren Geschäftsmodell und Finanzlage solide genug ist, um wirtschaftlich schlechte Zeiten zu überstehen. Kurskapriolen kann man mit extrem langfristiger Perspektive dabei ignorieren; in Extremsituationen aber, wie beispielsweise der Mitte 2007 ausgelösten Finanzkrise, die zur Wirtschaftskrise erwuchs, hilft auch Value Investing, zumindest in seiner klassischen Form, nicht vor starken Verlusten.

Es kann sich daher unter bestimmten Voraussetzungen anbieten, statt Aktien in Anleihen zu investieren. Das Vorgehen ist aus zwei Gründen ähnlich:

  1. Als Value-Investor sucht man Aktien, die unter ihrem Wert gehandelt werden und aufgrund dessen ein hohes Kurssteigerungspotential besitzen. Nach ähnlichen Kriterien kann man auch unterbewertete Anleihen suchen - denn wenn schlechte Nachrichten oder eine entsprechende Marktmeinung den Kurs einer Aktie drücken, hat das oft auch Auswirkungen auf Anleihen, die das Unternehmen begeben hat. Das ist gerade dann interessant, wenn es sich um Wandelanleihen handelt, die sich später in Aktien des Unternehmens umwandeln lassen.
  2. Manche Value-Investoren bevorzugen Unternehmen, die hohe Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Dividenden werden jedoch in Verlustjahren normalerweise gestrichen, während hingegen Anleihen-Investoren nicht auf ihre regelmäßigen Zinszahlungen verzichten müssen. (Dies hängt jedoch auch vom Typ der Anleihe ab.)
Kurz gesagt, ist es in Krisenzeiten eine gute Idee, sich statt Aktien von Value-Unternehmen lieber deren Anleihen anzuschauen.