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Ein klassischer Value-Investor meidet die moderne Portfoliotheorie in der Regel wie der Teufel das Weihwasser. Die Effizienzmarkthypothese (EMH), einer der Grundpfeiler, besagt im Wesentlichen, dass es "unterbewertete" Aktien nicht geben dürfte, da ein Aktienkurs alle verfügbaren Informationen enthält und den wahren Wert widerspiegelt. Und auch der Grundsatz, durch möglichst breite Diversifikation das Investmentrisiko zu mindern, ist nicht unbedingt typisch für Value-Investoren. So wird Warren Buffett oft damit zitiert, man sollte nicht mehr als sieben verschiedene Aktien halten - denn die achte Investment-Idee könnte kaum besser sein als die erste.
In vielen Fällen handelt es sich dann tatsächlich um Glaubensfragen; die Portfoliotheorie ist in zahlreichen Aspekten empirisch belegt, auch wenn manche Annahmen befremdlich erscheinen mögen. Nichtsdestotrotz sollte sich auch ein Value-Investor damit auseinandersetzen. Und das Buch von Gruber und Co. ist hierfür der ideale Einstieg: Mit Fokus auf das Capital Asset Pricing Model werden alle wichtigen Aspekte der Portfoliotheorie in verständlichem Englisch behandelt. Wichtig sind insbesondere die Auswirkungen, die sich auf die Aktienbewertung ergeben. Hier erklären die Autoren, wie sich typische Bewertungs- und Prognosemethoden in der Praxis schlagen. Jedes Kapitel ist mit ausführlichen Referenzen versehen, so dass der Leser tiefer ins Thema einsteigen kann. Das Buch ist damit nicht ohne Grund zum Standardwerk für die Portfoliotheorie geworden und sollte auch bei Value-Investoren nicht im Bücherschrank fehlen.
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